Achtsamkeit im Alltag

Gastbeitrag von:

Autor: Hardy J. Braun, Achtsamkeits-Coach und Ernährungs-Scout bei Fontana Vita

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Achtsames bewusstes Essen

Bewusstes achtsames Einkaufen, Kochen und Essen

Du arbeitest nicht nur am Essen, du arbeitest an dir selbst und an anderen Menschen.

Es ist eine zutiefst aus dem Inneren kommende Tätigkeit, die Essenszutaten sorgfältig, offen und voller Dankbarkeit zu behandeln. Es ist eine Tätigkeit, die die Grundlage für unsere Ernährung und unsere Gesundheit beinhaltet.

Diese Zutaten beschränken sich nicht allein auf die Nahrung, sondern umfassen Freude, Freundschaft und Inspiration ebenso wie zeitraubende Anstrengung, Irrtümer und Fehlschläge.

“Liebe ist nicht die wichtigste Zutat: es ist die einzige Zutat, auf die es wirklich ankommt.”
Wir brauchen mehr Köche, nicht mehr Kochbücher.

Es geht um das Bewusstmachen von Körperempfindungen, Gedanken und Gefühlen beim Essen, um angemessen darauf reagieren zu können. Denn wenn wir wissen, wann, warum, wo und wie wir WAS essen, können wir unser Essverhalten steuern – Ohne Diät, ohne Verbote – Aber mit Genuss.

Essen wird dann zu etwas Freudvollem und Sinnlichem, das Körper, Geist und Herz gleichzeitig anspricht. Achtsames Essen ist jedem einzelnen Menschen in die Wiege gelegt. Kleine Kinder tun das ganz natürlich. Sie wollen das Essen erforschen, berühren, spüren, riechen, schmecken und sind neugierig. Sie sind unvoreingenommen und essen nur das, was ihnen schmeckt. Dieser spielerische Zugang ist möglich, weil kleine Kinder noch nicht so konditioniert sind wie wir Erwachsene. Daher sind sie ehrlich, frei und ohne Bewertung bei allem, was sie tun.

Viele Abneigungen und Irritationen beim Essen ergeben sich oft erst als Folge von unterschiedlichsten Informationen und zu strengen Einschränkungen oder durch ein Schlankheits-Idealbild der Medien.

Das annehmen, was gerade ist – im HIER und im JETZT leben. Aber wie geht das nun – achtsam sein? Die Konzentration wird bewusst auf die Wahrnehmung von Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen gelenkt, ohne zu bewerten, zu kritisieren oder zu verurteilen – einfach nur Wahrnehmen.

Das Wichtigste: Man sollte beim Essen mit allen Sinnen wirklich „anwesend“ sein, damit uns sowohl der Genuss als auch die Befriedigung durch das Essen beglückt.

Wenn wir auf unsere Sinne hören, dann ist es möglich einen neuen Umgang mit dem Essen, dem eigenen Körper und uns selbst zu lernen. Dadurch sind Genuss und Geschmack erst wahrnehmbar und Verhaltensänderungen möglich. Studien haben gezeigt, dass mehr Aufmerksamkeit während des Essens zu einer verminderten Kalorienzufuhr führt, da wir konzentrierter „eins gerichtet“ und auch durch die innere Ruhe und Gelassenheit langsamer essen. Dadurch werden wir schneller gesättigt. Wer diesen achtsamen Zugang zum Essen wählt, verändert gleichzeitig seine Beziehung zum Essen. Wir essen respektvoller und wertschätzender, uns wird manchmal erst somit bewusst, was wir überhaupt zu uns nehmen.

Interessant sind auch neue Untersuchungen, dass nicht die Ernährung unsere Emotionen bestimmt, sondern unsere Emotionen unser Essverhalten bestimmen. Wir brauchen scheinbar das, was wir emotional benötigen.
Verkürzt gesagt: Du bist, was du isst! Daher ist die Achtsamkeit so enorm wichtig: Hören sie auf ihren Körper. Er versorgt sie nämlich mit allen Informationen um zu erkennen, ob wir nur emotional hungrig sind oder tatsächlich Nahrung/Energie benötigen. Hier sei nur auf das „Frustfressen“ hingewiesen oder auch auf Alkohol als Ventil. Negative Gefühle können zu Essattacken führen. Passiert dies wiederholt, merkt sich das Gehirn diese Gewohnheit und greift öfter darauf zurück. Gründe für nicht genussvolles Essen können zum Beispiel: Selbstgeißelung, Schuld- und Schamgefühle oder Stress sein.

Der Körper kann, präziser als jede Kalorienzähler-App, unseren Energiebedarf genau berechnen, indem er nämlich permanent Informationen aus dem Blut, dem Verdauungstrakt und dem Fettgewebe auswertet.

Bei Energiemangel lässt er ein Hungergefühl aufkommen, das während des Essens abnimmt und langsam in ein Sättigungsgefühl übergeht.
Sinnlicher Genuss ist eine große Freude. Das heißt Gerüche, Farben, Formen, Konsistenz, Geräusche und Gedanken bewusst wahrnehmen. Dies beginnt schon bei der Auswahl des Gerichtes/Menüs, setzt sich fort beim Einkaufen, beim Kochen/Würzen und mundet in dem Genuss des Essens. Bewusst atmen, bewusst entspannen. Es geht nicht um die Menge an Essen, sondern um die Qualität der Produkte und die Achtsamkeit, mit der man es zu sich nimmt.

Noch ein kleiner Hinweis zu bewusstem Kauen:
Wir gehen mit unserer ganzen Aufmerksamkeit in unsere Mundhöhle. Es kann hilfreich sein, dabei die Augen zu schließen. Wir folgen unseren Kaubewegungen achtsam und nehmen alle Geschmackserlebnisse in unserem Mund bewusst wahr – wir genießen mit allen Sinnen und sind ganz bei dieser Tätigkeit.

Kochen und Essen ist Meditation

  • Wenn du Gemüse schneidest, dann schneide Gemüse
  • Wenn du kochst, dann koche
  • Wenn du würzt, dann würze
  • Wenn du isst, dann esse

Gehen Sie neue Wege – probieren Sie aus.
Achtsam Erfahrungen sammeln. Irrtümer und kleine „Katastrophen“ beim Kochen sind dabei natürliche wichtige Weiterentwicklungen.
Nur wer Lust auf Neues hat, kann sich weiterentwickeln.

Zusammengefasst und noch einige Tipps:
Achtsamkeit ins Essen bringen

1. KAUEN SIE IHR ESSEN MINDESTENS FÜNFZEHN MAL
Kauen ist das einfachste und effektivste Mittel für achtsames Essen und eine optimale Verdauung. Das Kauen stimuliert sämtliche Verdauungsprozesse und macht es dem Körper leichter, Nährstoffe aufzunehmen.

2. LEGEN SIE IHR BESTECK NACH JEDEM BISSEN AB
Platzieren Sie Ihr Messer, Ihre Gabel oder Ihren Löffel nach jedem Bissen auf Ihrem Teller, lassen Sie sie dort ein paar Sekunden ruhen und konzentrieren Sie sich auf das Kauen.

3. ESSEN SIE JEDEN BISSEN ZU ENDE
Nehmen Sie erst wieder etwas nach, wenn Sie genug gekaut und geschluckt haben und Ihr Besteck für ein paar Sekunden geruht hat.

4. ERFASSE SIE IHR ESSEN MIT ALLEN SINNEN
Richten Sie Ihr Essen so an, dass sich auch Ihre Augen daran erfreuen. Riechen Sie an Ihrer Speise bevor Sie mit dem Essen beginnen. Genüsslich konzentriert schmecken und achtsam gut kauen. Genießen Sie die unterschiedlichen Gemüse, Kräuter, Gewürze und sonstigen Zutaten.

5. ESSEN SIE OHNE JEDE ABLENKUNG
Achtsam zu essen heißt am besten schweigend zu essen oder wenig zu reden. Selbstverständlich kein Fernseher, kein Computer, leise Musik.

6. SETZEN SIE SICH GEMÜTLICH AN EINEN SCHÖN GEDECKTEN TISCH
Schenken Sie sich und den anwesenden Personen diesen Respekt und diese Wertschätzung. Leider essen erstaunlich viele Menschen immer noch unter großen Ablenkungen wie zum Beispiel im Stehen, im Auto, im Gehen, auf dem Sofa. Am Tisch zu sitzen und seine Speisen zu genießen hilft Ihrem Körper, sich auf die Nahrungsaufnahme voll zu konzentrieren und schenkt Ihnen höchsten Genuss.

Die Vorteile des achtsamen Essens sind ein hoher Genussfaktor, bessere Verdauung, weniger zu Essen, gesteigertes gesundes Körpergefühl, ja es ist sogar eine natürliche „Medizin“ von Innen.

Noch ein Tipp zum Schluss:
Drücken Sie Ihre Rühreier vor dem Braten mit einem Löffel durch ein Küchensieb, Sie werden erstaunt was alles übrig bleibt.
Auf einen achtsamen gesunden Genuss.

Ihr Hardy J. Braun

Codex Humanus

Dies ist ein Gastartikel von:

Hardy J. Braun

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