Medikamente: Heimliche Nährstoffräuber

Viele Medikamente haben Wechselwirkungen mit Vitaminen, Spurenelementen und Mineralien. Mikronährstoffe können die Wirkung von Medikamenten verbessern, andererseits können Medikamente den Stoffwechsel und die Aufnahme von Mikronährstoffen behindern. Nebenwirkungen bei Langzeitgabe von Medikamenten sind nicht selten Folgen von Mikronährstoffinteraktionen.

Ein Beitrag von Dr. med. Siegfried Kober
Akademie für Orthomolekulare Medizin e.V. (AOM)

Die meisten Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, wissen nicht, dass diese dem Körper Vitamine und Mineralien entziehen können. Verschreibungspflichtige sowie rezeptfreie Medikamente greifen mitunter tief in den Stoffwechsel des Körpers ein, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Oft beeinträchtigen sie dabei auch die Aufnahme und Funktion sowie die Verstoffwechselung von Nährstoffen.

Besonders eine Langzeittherapie kann zu einer Mangelversorgung mit Mikronährstoffen führen, was mit unterschiedlichen Nebenwirkungen einhergehen kann. Einige Beispiele von Interaktionen zwischen Medikamenten und dem Nährstoffhaushalt:

Blutdruckmittel

Medikamente gegen Bluthochdruck die die Blutgefäße erweitern (z. B. ACE-Hemmer), binden sich im Körper an Zink. Das kann sich negativ auf das Wachstum bestimmter Körperzellen, auf das Immunsystem und die Testosteron-Produktion auswirken. Antihypertonika beeinflussen, insbesondere bei längerfristiger Einnahme, neben Zink auch den Vitamin C-Haushalt, die B-Vitamine B6, Folsäure und Niacin sowie den Coenzym Q10-Spiegel.

Cholesterinsenke

Cholesterinsenker, wie Statine, hemmen die Produktion von Q10, das für die Energieproduktion wichtig ist. Mögliche Folgen sind Erschöpfung, Schwäche, Gedächtnisverlust, Kurzatmigkeit, Krämpfe in den Beinen sowie häufige Infektionen. Ein längerfristiger Gebrauch von Cholesterinsenkern kann zu gravierenden Veränderungen des Mikronährstoffbedarfes führen. Besonders betroffen sind die Stoffwechselwege von Coenzym Q10 und Vitamin D3, sowie Vitamin B6, B12 und Folsäure.

Antibiotika

Antibiotika hemmen das Wachstum von Bakterien, einschließlich der „guten“ Darmbakterien, sowie von Bakterien, die B-Vitamine produzieren. Durch Einnahme von Antibiotika kann die natürliche Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten. Auch die Stoffwechselwege von Vitamin C, Vitamin B2 und Vitamin K2 werden beeinflusst.

Schmerzmittel

Schmerzmittel können das Risiko für Magengeschwüre und Blutungen erhöhen indem sie die Prostaglandine angreifen, die die Magenwand schützen. Dies führt zu Eisenverlust, der durch einige NSAR (Nichtsteroidale Antirheumatika – entzündungshemmende Schmerzmittel), die Eisen binden und es wirkungslos machen, noch weiter verschlimmert werden kann.

Die Folgen können Herzkrankheit, Depression, Durchfall und Blutarmut sein. Schmerzmittel, insbesondere bei längerfristiger Einnahme, beeinflussen den Vitamin C-Haushalt, die B-Vitamine B12, Folsäure und Niacin, die Eisenaufnahme sowie die Glutathionspeicher.

Hormonelle Verhütungsmittel

Hormonelle Verhütungsmittel erhöhen den Bedarf an Vitamin C und an B-Vitaminen, speziell Folsäure, sowie Zink, Magnesium und Mangan. Verschiedene Nebenerscheinungen hormoneller Verhütungsmittel wie Depressionen, Blutzuckerschwankungen und Ödeme können durch Mangelerscheinungen erklärt werden.

Die Verwendung oraler Kontrazeptiva („Anti-Baby-Pille“) und anderer hormoneller Verhütungsmittel kann zu einer Mangelversorgung mit Mikronährstoffen führen. Besonders betroffen sind die Stoffwechselwege von Folsäure, den B-Vitaminen B2, B6 und B12 sowie von Vitamin C, E, Magnesium, Zink und Mangan. Eine zusätzliche Supplementierung ist angeraten.

Magensäureblocker

Magensäureblocker wie beispielsweise Protonenpumpenhemmer und H2-Blocker verhindern durch verringerte Säurebildung die Freisetzung von Vitamin B12 aus der Nahrung. Gleichzeitig beeinträchtigt der Säuremangel im Magen auch die Aufnahme von Vitamin C und Eisen aus der Nahrung.

Ein längerfristiger Gebrauch von Protonenpumpeninhibitoren und H2-Blockern kann zu gravierenden Veränderungen des Mikronährstoffbedarfes führen. Besonders betroffen sind die Stoffwechselwege von Vitamin D3 und C, den BVitaminen B6, B12 und Folsäure, sowie von Magnesium, Calcium und Zink.

So wichtig Medikamente in der Heilkunde auch sind, haben Sie auch Auswirkungen auf die Aufnahme und Verstoffwechselung von essentiellen Mikronährstoffen. Eine gezielte ernährungsbegleitende Supplementierung ist sinnvoll und kann ein Mikronährstoffdefizit abmildern.

Ein Beitrag von Dr. med. Siegfried Kober
Akademie für Orthomolekulare Medizin e.V. (AOM)

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