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Nocebo-Effekt und die Packungsbeilage

Ist das Lesen der Packungsbeilage wirklich immer Sinnvoll?

Jeder hat sicherlich schon einmal diesen Rat befolgt. Einiges scheint beim Lesen aber bedrohlich wie beispielsweise Zwölffingerdarm-Geschwüre, Perforation, Durchbrüche, Blutung (manchmal tödlich).

Achtung, der Nocebo Effekt ist im Anmarsch!

Denn das bedeutet doch das alles auftreten kann, da es ja hier geschrieben steht und davor gewarnt wird zudem klingt vieles wirklich schrecklich. In der Tat hört sich manches nicht so günstig an, dabei soll die Packungsbeilage keine Angst machen, sondern schützen.

Seit Ende der 70 Jahre ist der Beipackzettel in Deutschland pflicht, um Patienten über den Nutzen und die Risiken ihres Medikamentes aufzuklären. Natürlich auch über Nebenwirkungen. Und dafür wird jede jemals aufgetretene Nebenwirkung im Beipackzettel aufgelistet.

Interessante Studie

Einer Studie ergab, dass 90% der Befragten den Beipackzettel für wichtig halten. Durch den Beipackzettel verunsichert fühlen sich 29% der Befragten, bei den über 60 jährigen sogar 37%.

Offensichtlich haben viele Angst einige dieser Nebenwirkungen tatsächlich zu bekommen. Bekannt ist jedenfalls, dass jedes Medikament Nebenwirkungen haben kann. Könnte es aber sein, dass Nebenwirkungen nur deshalb auftreten weil man sie erwartet?

Es gibt zahlreicher Studien die genau dieser Frage nachgegangen sind.

Probanden wurden eingeteilt in Medikamenten- und Placebo-Gruppen zur Kontrolle, mit eindeutigem Ergebnis. Sogar in den Placebo-Gruppen berichtet jeder vierte über Nebenwirkungen ohne den Wirkstoff je bekommen zu haben. Also nur weil man glaubt, die Pille verursache Nebenwirkungen kann man diese anscheinend dann auch bekommen.

Ein weiteres Indiz ist die Anti-Baby-Spritze für den Mann. Mit echtem Medikament haben 10% der Probanden Nebenwirkungen und in der Placebo-Gruppe immerhin noch 5%.

Nocebo Forscher liefern immer wieder neue Beweise

Was im Beipackzettel drin steht kann eintreten wenn man es erwartet. Eine neue Studie der Universität Marburg hat die Hormontherapie bei Brustkrebs im Visier, da es eine Therapie mit vielen Nebenwirkungen ist die Frauen in die Wechseljahre versetzt mit den typischen im Beipackzettel genannten Symtomen wie Schwitzen, Gewichtszunahme oder Konzentrationsverlust.

Die Folge, die Frauen erwarten sie und bekommen sie, alle mehr oder weniger stark. Werden aber die Frauen mit einem persönlichem Gespräch aufgeklärt, sinken die Nebenwirkungsraten deutlich um durchschnittlich 30% bei jeder Frau.

Schon die Erwartung von Nebenwirkungen kann sie herbeiführen, vielleicht sollte es besser heißen: “… lesen sie die Packungsbeilage doch nicht so deutlich”

Nocebo & Placebo

Beide Effekte erzeugen das gleiche Ergebnis, bei dem einen in die eine Richtung und bei den anderen in die entgegengesetzte.

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